KI ist eine Wundertüte - keine Wunderwaffe
Im November 2022 wurden an einer Innovationskonferenz in Dänemark KI-Anwendungen vorgestellt. Ab dann war für Peter Sencar, seit zehn Jahren in der Geschäftsleitung des Segments des Befestigungstechnik bei der SFS Group, klar – das muss er ausprobieren. Für ihn galt damals bereits: nicht abwarten, sondern starten.
In dieser Folge von t’charta chats sprechen Catherine und Peter über das Thema künstliche Intelligenz und wie Unternehmen konkret mit KI starten können. Was sind typische low hanging fruits? Wann braucht es Quick Wins, wann strategische Initiativen?
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Zuerst der Prozess, dann der Use Case, dann die Tools
Wer mit KI in seinem Unternehmen loslegen möchte, muss als erstes die Mitarbeitenden abholen – ihnen die Ängste nehmen und sie auf die neue Technologie einstimmen. Denn um konkrete Anwendungsfälle zu finden, muss man die Prozesse des Unternehmens verstehen: Wo verlieren Mitarbeitende Zeit? Was empfinden sie als langweilig? Welche repetitiven Aufgaben gibt es? Genau dort entstehen die besten Use Cases, und dort können gemeinsam Ziele definiert werden. Wer zu früh zu viel verspricht, riskiert das Vertrauen der Mitarbeitenden zu verlieren, denn KI eine Wundertüte – keine Wunderwaffe.
Wie KI direkt etwas bewegt
Im Marketing und bei den Produktteams sieht Peter vor allem im Bereich der Kommerzialisierung die Möglichkeit, mit Hilfe von künstlicher Intelligenz Anwendungsfälle rasch umzusetzen. Durch KI wird die Bildproduktion, die Videoerstellung und das Training für Vertriebsteams deutlich günstiger und auch effizienter. Für international tätige Firmen lassen sich Unterlagen auf Knopfdruck in die gewünschte Sprache übersetzen.
Relevanz und Readiness
Nicht jeder Use Case ist gleichermassen sinnvoll, doch wie trifft man die richtige Auswahl und entwickelt eine Roadmap? Peter empfiehlt, Initiativen anhand von zwei Kriterien zu priorisieren:
Relevanz – also der tatsächliche Mehrwert für Kunden, die interne, messbare Produktivitätssteigerung oder der Beitrag zur Erfüllung der strategischen Initiativen
Readiness – sind Daten vorhanden, sind die Prozesse klar und regelbasiert und ist die Infrastruktur bereit?
Beide Dimensionen gemeinsam mit den Mitarbeitenden zu beurteilen, ist essenziell, um die wirklich wichtigen Use Cases zu identifizieren und einen ausgewogenen Mix aus kleinen und grossen Projekten zu erreichen. Dabei gilt: Das Business muss den Lead haben, die IT unterstützt als Facilitator. Und schliesslich ist für Peter der Grundstein des Erfolgs ein gutes Datenmanagement: wer mit Daten umgehen kann, der wird gewinnen.